Tipps für die Welsfischerei am Po

Liebe Gäste und Freunde der Sportfischerei!

Unser Team Wallerparadies möchte, dass Sie bei uns die Möglichkeit haben, Ihren "Lebensfisch" zu fangen. Deshalb haben wir uns Gedanken darüber gemacht, welche Tipps und Informationen über die Welsfischerei am Po Ihnen dabei helfen könnten.

Der Fluss selbst
Unser Camp befindet sich ca. 25 km vor der Po-Einmündung ins Meer, was natürlich eine zusätzliche Futterquelle für die Welse bedeutet (Meeräsche und andere Aufsteiger). Dieser Teil des Flusses ist auch schon sehr stark von Ebbe und Flut abhängig.

Das heißt, je weiter Sie sich Richtung Meer bewegen, umso geringer wird die Strömung. Hat die Flut eingesetzt, drückt das Meer landwärts, und der Fluss kann nicht mehr so schnell oder gar nicht ablaufen.

Dadurch steigt das Wasser im Fluss an, die Bewegung kommt zum Stillstand oder ändert sich gar in die entgegengesetzte Richtung. Bei Ebbe ist es umgekehrt: Wenn der Höchststand der Flut erreicht ist, setzt nach einiger Zeit die Ebbe ein, und das Wasser fließt wieder Richtung Meer, der Fluss gewinnt an Strömung und fällt auch wieder. Für die Gezeiten gibt es einen eigenen Kalender, der fast in jedem Angelgeschäft für wenig Geld erhältlich ist. Wir werden uns bemühen, immer einige für Sie bereitzuhalten!

Driftfischen mit und ohne Wallerholz
Weil der Welsbestand so enorm groß ist, halten sich die Welse fast in jeder Wassertiefe auf. Meine persönlichen Lieblingstiefen beim Driftfischen sind Plätze zwischen 5 und 8 Metern. Ausgenommen in den noch kälteren Monaten wie März, April - da fische ich hauptsächlich in den tiefen Rinnen (10 bis 20m), wobei ich in dieser Jahrezeit fast gänzlich auf das Wallerholz verzichte.
Ich konzentriere mich ausschließlich auf meine Rute. Ich finde, eine Angelrute pro Person ist genug.

Jetzt fische ich ohne Schwimmer, 50er geflochten, 200 gr Blei, starker Karabiner und 8,0-Haken. Als Vorfach ist mir eine 120er-Monofile (weich) das liebste Material. Man sollte die Rute immer in der Hand halten, das Blei bis auf Grund lassen - darauf achten, dass die Schnur senkrecht nach unten zeigt und der Köder am grund streift.

Sollte es tiefer werden, müssen wir Schnur nachgeben. Wird es wieder seichter, müssen wir Schnur einholen. Das ganze sollten Sie nach einiger Zeit im Griff haben. Dazwischen die Rute immer wieder leicht heben und wieder senken, so haben Sie stets den richtigen Kontakt zum Grund. Ganz wichtig ist, dass Sie die Bremse immer geöffnet haben, damit bei einem Biss der Fisch abziehen kann; in der Regel genügen I bis 2 m. Bremse zu, Kontakt nehmen und einen kräftigen Anhieb setzen.

Am besten immer aufstehen, mit der Rutenspitze nachgehen und dann den Anhieb setzen. Stellen Sie die Rolle immer so ein, dass der Fisch nach dem Anhieb noch Schnur abziehen kann. Sonst kann es passieren, dass die Schnur reißt oder sogar die Rute zu Bruch geht (kommt leider öfter vor!).

Driftfischen mit dem Wallerholz
Meine persönliche Meinung dazu: Fischen Sie nur dann mit dem Schlagholz, wenn Sie sich sicher sind, dieses auch ein wenig zu beherrschen. Der richtige Einsatz des Wallerholzes zur richtigen Zeit bringt mit Sicherheit den größten Erfolg.

Was ist die richtige Zeit?
Manche Welsfischer fischen das ganze Jahr damit. Das heißt, man kann schon im März damit anfangen bis durch in den Oktober od. November. Aber die beste Zeit meiner Meinung nach sind die warmen Monate. Sehr viele Bisse und auch Fischfange verzeichnete ich ab Juni - da sind die Welse mit ihrem Laichgeschäft fertig und haben sich wieder im Fluss verteilt. Und das ist die Zeit, in der ich am liebsten in 5 bis 8 m Wassertiefe fische. Jetzt kann man auch pro Person 2 Ruten zum Einsatz bringen, am besten alle mit Schwimmer in verschiedenen Tiefen zwischen 3 und 8 m. Aber auch hier ist sicher jeder mit nur einer Rute erfolgreich!

Die meisten Bisse haben Sie nach meiner Erfahrung fast immer an der Rute, die dem Wallerholz am nächsten liegt. .Darum mein Vorschlag: hat jemand den ersten Wels gefangen, dann bitte lassen Sie den nächsten Biss Ihrem Partner! So kann nie ein Fischneid aufkommen. Bei dieser Fischerei ist erfahrungsgemäß tagsüber die beste Zeit, was im Sommer bei 40° im Schatten nicht jedermanns Sache ist.

Mit dieser Methode fischen Sie eine sehr große Strecke ab, wobei Sie auch da stundenlang keinen Biss haben können. Aber der große Moment kommt mit Sicherheit, und dann werden Sie auch Ihren Lebensfisch fangen!

Setzen Sie das Wallerholz richtig ein, das heißt, klopfen Sie 1 bis 3x und machen Sie dazwischen immer eine kurze Pause. Zu 90% kommen in dieser Pause die Bisse. Halten Sie Abstand von anderen Fischerbooten, die dasselbe praktizieren; sonst wird Ihr Erfolg verringert.

Nun zu einer anderen Fangvariante:
Es fischen zwei Boote miteinander. Beide bewegen sich auf einer Linie im Abstand von ca. 50 m, wo bei nur im ersten Boot das Wallerholz eingesetzt wird; das zweite treibt mit. Bei dieser Fischerei erhöht sich meist die Bissanzahl für das Zweite Boot. Warum? Der Wels steigt auf und findet nicht gleich Den ersten Köder, dafür aber jenen vom zweiten Boot

Ansitzfischen
Das ist mit Sicherheit die Fischerei, mit der fast jeder hier zum Erfolg kommen kann. Es gibt jedoch einige Dinge, die Sie dabei beachten sollten: Die meisten Plätze sind sichtbar; fahren Sie ganz langsam die Ufer ab und wählen Sie Stellen aus, wo viel Holz im Wasser steht oder liegt. Verwenden Sie Ihr Echolot. Eine Tiefe ab 2m ist schon optimal dafür. Idealfall: es zeigen sich Vertiefungen und Unebenheiten am Grund - Hier liegen oft Welse !

Große Exemplare jedoch kommen meistens von der Flussrinne am Abend in die Ufernähe, um zu fressen. Vermeiden Sie bei dieser Fischerei, dass die Boote zu knapp hintereinander stehen, ein Mindestabstand von 200 m ist angebracht. Der Grund: Raubende große Welse ziehen in der Regel das ganze Ufer entlang; dadurch hat meistens das erste Boot die Bisse.

Anders liegt der Fall natürlich, sollten sich Standfische auf Ihrem Platz aufhalten - dann haben beide Boote die Möglichkeit, Fische zu fangen. Die Einstellung der Tiefe sollte bei jeder ausgelegten Rute anders sein, angefangen von 1m bis knapp über den Grund. Lassen Sie die Schwimmer nie nebeneinander, sondern immer versetzt. Das heißt, die Angel, die an der Seite des Ufers liegt, so ca. 2 bis 4 m vom Boot, die zweite an die 8 bis 10m, die dritte 15 bis 20m und die vierte ab 25m.

So können sich die Schnüre nicht verfangen und Sie müssen bei einem Biss die anderen Ruten nicht einholen. Reichen Sie die Rute unten oder oben durch; nun kann der Drill beginnen.

Wie reagiere ich auf einen Biss? Wie schlage ich richtig an?
Durch Erfahrung und Beobachtung anderer Fischer habe ich festgestellt, dass bei folgendem Ablauf des Fischens auf WeIse die meisten Fehler passieren - Folge: der Fisch wird verschlagen, geht im Drill verloren oder die Rute hält dem enormen Druck nicht stand, und schon zieht der Wels als Sieger davon. Das schmerzt! .

Das Beißverhalten des Fisches ist unterschiedlich. Er kann sich zum Beispiel mit dem Köder spielen, nimmt ihn kurz auf und lässt ihn im seIben Moment wieder aus. Es kann schon einige Zeit dauern, bis der richtige Abzug kommt. Dann wieder geht der Schwimmer unter, bleibt aber am Platz stehen. Oder es kommt zu richtigen Gewaltbissen. Aber bei jedem dieser Bisse sollten Sie folgendes beachten: werden Sie auf keinen Fall nervös! Sobald der Fisch abzieht, können Sie nicht wissen, in welche Richtung er geht.

Jetzt kommt das wichtigste: die Rolle zumachen (zuerst immer darauf achten, dass die Bremse richtig eingestellt ist; sie sollte nie ganz blockieren, damit der Fisch noch Schnur abziehen kann), aufstehen und durchkurbeln.

Auf Spannung gehen (bitte nicht zu langsam, der Wels kann sehr schnell beim Boot sein oder gar darunter!). Ist die Spannung erreicht, sofort einen kräftigen Anhieb setzen.

Anfangs mag Ihr Gegner nur wie ein kleines Exemplar erscheinen, das kann aber täuschen. Der Wels weiß erst nach einiger Zeit, dass irgendetwas nicht stimmt und reagiert. Kleinere Fische bis ca. 20 kg machen mit dem richtigen Gerät sicher keine großen Anstalten, sich zu wehren (was man als Wels-Neuling trotzdem nicht unterschätzen sollte!). Bei großen Welsen dagegen kann die Post schon ganz schön abgehen, da heißt es Nerven behalten.

Die Bremseinstellung ist von großer Bedeutung. Eine Grundregel von mir lautet: einmal eingestellt - nicht mehr daran herumgedreht. Sie sollte so adjustiert sein, dass der Fisch mit Anstrengung noch Schnur abziehen kann. Sollte der Druck vom Fisch größer werden, ist es am besten, mit der Hand mitzubremsen. Oft passiert es, dass man glaubt, der Fisch sei weg - stimmt nicht, er hat nur die Richtung geändert oder macht eine Walze. Da heißt es schnell die Schnur einholen, damit die Spannung nicht verloren geht.

Beim Boot wird dann der Kampf letztlich entschieden: Fisch oder Fischer! Hier gibt er all seine Kraft, die ihm noch geblieben ist (manchmal trifft das auch auf den Fischer zu ...). Nun ist es besonders wichtig, keine Fehler zu machen.

Sollte der Fisch versuchen, unter das Boot zu gelangen oder ein im Wasser liegendes Hindernis zu erreichen, müssen Sie voll dagegenhalten. Sonst hat "er" gewonnen.

Kommt letztendlich der Wels an die Oberfläche, ist Ihr Bootspartner mit am Zug. Als erstes berühren Sie den Fisch mit der Hand, am Kopf, am Körper, egal wo. Das wird sich vielleicht einige Male wiederholen, erst dann ist er bereit für den Wallergriff (immer Handschuhe tragen!).

Kleinere Exemplare werden mit einer Hand, größere mit beiden Händen herausgezogen, und bei ganz großen helfen alle mit. Jetzt haben Sie den Fisch im Boot, und die Freude ist wahrscheinlich genauso groß wie der Wels. Dabei sollten Sie auf keinen Fall vergessen, dass nun das weitere Schicksal des Fisches in Ihrer Hand liegt. Gehen Sie so vorsichtig wie möglich mit dem Fisch um!

Am besten wären natürlich rasch ein paar Fotos und dann zurück mit ihm in sein Element. Sollten Sie in der Nacht Ihren Kapitalen fangen, können Sie ihn auch an einem Strick halten, diese Schnur sollte schon mehrere Meter lang sein.

Ganz wichtig ist, dass dem Fisch so wenig Stress und Schaden zugefügt wird wie nur möglich. Damm immer gleich am seIben Platz den Fisch anbinden, nie längere Strecken mit ihm fahren. Das führt nämlich mit 70%iger Sicherheit zum Tod des Welses. Und das wollen Sie doch sicher nicht!

Was Sie vor Ort beachten sollten und wo Gefahren lauern könnten:
Jeder Fluss hat seine Launen und Tücken, und einige davon möchte ich hier beschreiben: Ca. 11 km flussabwärts befindet sich rechts ein Seitenarm. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, aber Achtung! Genau bei der Einmündung, entlang der Steinschüttung, befindet sich unter Wasser eine Mauer, die ca. 80m in die Flussmitte hinausragt Das Ende ist mit einer roten Boje gekennzeichnet. Hier darf man auf keinen Fall durchfahren!

Noch gefährlicher ist die Hochwassersituation, wenn der Fluss sehr viel Treibgut mit sich führt; oft sind es ganze Bäume. Bitte fahren sie sehr vorsichtig, immer den Verhältnissen angepasst. Was nach einem kleinen Stück Holz aussieht, kann sich unter Wasser als Baum entpuppen. Achten Sie darauf, dass der Motor kippbar ist!

Weiters gibt es Berufsfischer am Po, die sowohl tagsüber als auch nachts ihre Treibnetze auslegen; diese sind bis zu 300m lang und reichen dann quer über den Fluss. Zwar werden die Netze mit Bojen markiert, man sieht sie in der Nacht jedoch trotz Beleuchtung sehr schlecht. Sollte Sie bei Dunkelheit jemand anblinken, dann ist mit Treibnetzen zu rechnen. Fahren Sie ganz langsam am Ufer entlang, bis Sie das Netz passiert haben.

In Ufernähe werden Sie öfters Bojen oder Flaschen sehen. Es handelt sich dabei um Markierungen für Reusen im Wasser. Bitte halten Sie auch hier einige Meter Abstand, Sie ersparen sich dadurch böse Hänger beim Driftfischen!

Den Bootsverkehr am Po kann man als eher minimal bezeichnen. Beachten Sie aber bitte trotzdem: Große Schiffe haben immer Vorrang. Weitere wichtige Informationen erhalten Sie direkt bei uns.

Empfohlenes Gerät:
ca. 2,5 m lange Angelruten mit mind. 500g Wurfgewicht
große Stationärrolle oder mittlere Multirolle
200 m mind. 0,60 mm geflochtene Hochleistungsschnur
Bleigewichte zwischen 150 und 200 Gramm
Schwimmer mit hoher Tragkraft
8/0 Einzelhaken

Wir wünschen Ihnen einen erholsamen Urlaub
und ein kräftiges PETRI HEIL !

Ihr Wallerparadies